Sachbücher

GardenStone: Göttin Holle

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Untertitel laut Umschlag: Auf der Suche nach einer alten Göttin.
Untertitel 1 im Innenteil: Auf der Suche nach einer GERMANISCHEN Göttin (sic!)
Untertitel 2 im Innenteil: Frau Holle in Märchen, Sagen, Legenden, Gedichten, Gebräuchen und in der Mythologie
Zweite vollständig überarbeitete Ausgabe
© GardenStone, Usingen 2002-2006
ISBN 3-8334-4579-3
Herstellung und Verlag: Books on Demand GmbH, Norderstedt
232 S. mit zahlreichen s/w und 4c-Abb.
Tschenbuch, € 18,00

***oo (3 von 5 Sternen)

Ja, der Mann ist kenntnisreich. Das vorliegende Buch ist angenehm zu lesen und in Form einer „Queste“ geschrieben, einer Suchfahrt. Auf neun verschiedenen Wegen kann die Leserin/der Leser sich Frau Holle nähern und dabei erfahren, dass sie weit mehr ist als eine Grimmsche Märchenfigur – nämlich eine vorchristliche Göttin, die als Märchen- und Sagengestalt Christianisierung und Hexenverbrennung überlebt hat. Die neun Pfade der Queste...

Thuja: Dem Einhorn auf der Spur

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Thuja: Dem Einhorn auf der SpurUntertitel: Zur Kulturgeschichte eines Mythos
Autorin: Aleke Thuja
Chiva OHG, Kiel 1984 (in anderer Aufmachung auch bei DroemerKnaur erschienen)
128 Seiten
nur gebraucht erhältlich, ab ca. € 0,63

***oo (3 von 5 Sternen)

„Es ist der Wissenschaft bis heute nicht gelungen, einen Beweis für die Nichtexistenz des Einhorns zu erbringen.“ Wenn Sie sich auf dieses augenzwinkernde Statement der Autorin einlassen können, dann erwartet Sie ein humorvolles kleines Sachbüchlein mit einem schönen Fundus an schwarzweißen Abbildungen. Vergnüglich zu lesen, und ein wenig schlauer sind Sie danach auf jeden Fall: Einhörner können Sie auf der ganzen Welt entdecken, selbst in China, und so unähnlich sehen die außereuropäischen den europäischen Einhörnern gar nicht einmal!

Göttner-Abendroth: Die Göttin und ihr Heros

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Göttner: Göttin und HerosUntertitel: Die matriarchalen Religionen in Mythos, Märchen und Dichtung
Autorin: Heide Göttner-Abendroth
Taschenbuch, 252 Seiten, mit vielen s/w-Abbildungen
ISBN 3-88104-096-X
Nur antiquarisch erhältlich, ab € 8,90

***** (5 von 5 Sternen)

In ihrem 1980 erstmals erschienenen Buch geht Göttner-Abendroth von der These aus, dass in den vorpatriarchalen Gesellschaften der Alten Welt (bei ihr bis ca. 1.000 v.u.Z.) die große Göttin von einem männlichen Heros begleitet wurde. Es ist in der Forschung durchaus umstritten, ob dieser Geliebte und Sohn der Göttin in den Augen der Gläubigen ursprünglich nur ein Heros oder nicht doch von Anbeginn selbst ein Gott war. Mich selbst interessiert mehr die Beziehung zwischen der Göttin und ihrem Geliebten, und ich lasse die Streitfrage für mich unbeantwortet. Der Heros (oder Gott) feierte mit der großen Göttin jedes Frühjahr die Heilige Hochzeit, damit das Land fruchtbar werde, und erlitt jeden Herbst den Opfertod, um schließlich im nächsten Frühjahr wiedergeboren zu werden. Diese Grundstrukture der Göttin-Heros-Beziehung gräbt Göttner-Abendroth nun quasi archäologisch aus den uns heute noch bekannten, aber seit der Ankunft der indogermanischen Stämme patriarchal überformten Mythen, Märchen und Dichtungen aus:

Gimbutas: The Goddesses and Gods of Old Europe

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Gimbutas: The Goddesses and Gods of Old EuropeUntertitel: Myths and Cult Images. 6.500 – 3.500 B.C.
Fachbuch für Erwachsene
Autorin: Marija Gimbutas
304 S., Softcover, 17,99 €
252 Großillustrationen sowie 171 Abb. Im Text, 8 Karten

***** (5 von 5 Sternen)

Erstellt: 26. Okt. 2010

Marija Gimbutas (1921-1994) war eine außergewöhnliche Frau: Studium in Litauen und Deutschland, Auswanderung in die USA, berühmte Archäologin, vielfach ausgezeichnet, Ehefrau, dreifache Mutter, Leiterin von fünf bedeutenden Ausgrabungen im ehemaligen Jugoslawien, in Griechenland und Italien, Querdenkerin, Feministin, interdisziplinär arbeitend, bevor das in Mode kam.

Ihr hier vorliegendes Fachbuch hat von der ersten zur zweiten Auflage eine kleine, aber feine Titeländerung durchgemacht: Ursprünglich hatte es Gimbutas noch ganz traditionell „The Gods and Goddesses of Old Europe“ genannt, obwohl doch die überwältigende Mehrheit der Funde Göttinnendarstellungen sind.

Wie könnte die Religion in vorgeschichtlicher Zeit ausgesehen haben? Was erzählen die archäologischen Funde, wenn wir nur genau genug hinschauen und die verschiedenen Ausgrabungsorte miteinander vergleichen? Wie haben die Menschen gelebt, bevor die kriegerischen Indoeuropäer zu uns kamen?

Schwalb: Kinder fördern mit Märchen, Reimen und Geschichten

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Schwalb: Kinder fördern mit Märchen, Reimen und GeschichtenUntertitel: Ganzheitliche Sprachförderung in der Kita
Autorin: Renate Schwalb
144 Seiten, Softcover, mit zahlreichen vierfarbigen Abbildungen
€ 16,95

***** (5 von 5 Sternen)

Renate Schwalb ist Lehrerin an der Fachschule für Sozialpädagogik in Allensbach-Hegne und dort in der Ausbildung von Erzieherinnen im Bereich Kinder- und Jugendliteratur tätig. Sie beschreibt, warum Kinder, die viele Märchen, Geschichten und Gedichte erzählt und vorgelesen bekommen, später einen größeren Wortschatz haben, weniger aggressiv und besser in der Schule sind. Anhand der Grimmschen Märchen „Die Bienenkönigin“ und „Der süße Brei“ zeigt sie, wie Kinder durch Märchen gefördert werden, warum Märchen Kinder stark machen, und wie sie als Mittler zwischen Kulturen fungieren können. Besonders spannend finde ich den Praxisteil. Hier gibt die Autorin Tipps zum Vorlesen aber auch zum freien Erzählen und zum Gestalten einer oder vieler Märchenstunden in der Kita. Das beginnt mit der Raumdeko. Anschließend werden die Kinder mit einem Ritual oder auch leibhaftig ins Märchenland geführt. Wichtig ist der Autorin, dass Märchen nicht für pädagogische Zwecke instrumentalisiert werden, sondern für sich stehen. Schließlich verlassen die Kinder das Märchenland so, wie sie es betreten haben, und das Tor zum Märchenland wird geschlossen, damit keine Hexen oder Kobolde durchschlüpfen können.

Kasten (Hg.): Schamanen Sibiriens

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Kasten: Schamanen SibiriensUntertitel: Magier * Mittler * Heiler
Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Linden-Museum Stuttgart, Staatliches Museum für Völkerkunde
Herausgeber: Erich Kasten
In Zusammenarbeit mit dem Russischen Ethnografischen Museum St. Petersburg
250 Seiten, broschiert, 4c
29,4 x 25 x 2,2 cm

€ 32,99

***** (5 von 5 Sternen)

Das Wort Schamane ist ein sibirisches Wort: Es stammt aus der Sprache der Evenken, in der mit mit saman oder xaman religiöse Führer beiderlei Geschlechts bezeichnet werden. Die heute rund 35.000 Evenken leben als Rentiernomaden weit verstreut. Neben ihnen gibt es aber noch 22 weitere Bevölkerungsgruppen, von den nur 700 Ortschen am Amur, über 16.000 Tschuktschen bis hin zu 443.900 Jakuten in Nordostsibirien. So riesig wie das Gebiet, so unterschiedlich ist die Sozialstruktur der einzelnen Völker - von eher egalitären Lebensweisen bis hin zu streng hierarchisch-patriarchalischen. Allen gemeinsam sind jedoch ähnliche Vorstellungen über das Universum, das mit einem Tier wie z.B. einer Schlange, einem Vogel, einem Elch oder einer Robbe assoziiert wird. Diese mythologischen Wesen haben ihren Platz in einer vielschichtig vorgestellten Welt, die von Geistern und Ahnen bewohnt ist. Das Universum unterteilt sich in eine obere (himmlische) Welt, in die mittlere Welt der Menschen und die (unterirdische) Unterwelt. Bei Krankheiten usw. ist es Aufgabe der Schamanin oder des Schamenen, durch die einzelnen Welten zu reisen, um mit den Geistern zu kommunizieren und Gesundheit, Wohlstand und das Gleichgewicht mit der Natur wieder herzustellen.

Göttner-Abendroth: Das Matriarchat I

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Göttner-Abendroth: Matriarchat I
Kategorie: Sachbuch
Untertitel: Die Geschichte seiner Erforschung
Autorin: Heide Göttner-Abendroth
Taschenbuch, 193 S., keine Abb.
€ 16,36
***** (5 von 5 Sternen)

Dieses Werk ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite! Die Philosophin Dr. Göttner-Abendroth hat sich daran gemacht, ein nicht nur für eine Handvoll WissenschaftlerInnen verständliches Fachbuch zu schreiben, sondern eben ein Sachbuch, das jedeR begreifen kann. Mythos Matriarchat: Die Autorin weist kenntnisreich nach, dass das Matriarchat eben nicht das Gegenteil unseres derzeitigen Patriarchats ist, also Frauen- statt Männerherrschaft bedeutet, sondern vielmehr: „Am Anfang war die Mutter.“

Landeck: Steine * Gräber * Kultplätze

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Landeck, Steine-Gräber-KultplätzeKategorie: Reiseführer
Untertitel: Ein Reisebegleiter zu den mystischen Orten im nördlichen Schleswig-Holstein
Autor: Horst-Dieter Landeck
Taschenbuch, 144 Seiten, mit einer Übersichtskarte in der vorderen Umschlagklappe und 103 vierfarbigen Abbildungen
€ 8,80

****o (4 von 5 Sternen)

Beim ersten Durchblättern des Büchleins irritierten mich die vielen romanischen Kirchenbesichtigungen des Autors. Unvermittelt stehen sie neben seinen Besuchen von Langgräbern der Steinzeit und magischen Wiesen. Auf den zweiten Blick hat Landeck Recht: Wurden doch die ersten Kirchen zumeist auf vorchristlichen Heiligtümern errichtet zwecks Zwangsmissionierung der Heidenkinder. Und die alten Erdenergien sind natürlich selbst heute noch zu spüren, auch wenn ihnen ein Taufbecken übergestülpt wurde - so man sie denn spüren kann. Der Autor ist da mir gegenüber eindeutig im Vorteil, allein spürt es sich besser denn zusammen mit Partner und fünfjähriger Tochter.
Ohne sein ausgesprochen schön und informativ bebildertes Büchlein hätten wir vom Zauberwald und der Feenwiese bei Glücksburg nie erfahren, geschweige denn, sie gefunden (siehe auch http://www.holleland.de/category/maerchenorte/maerchenorte-holnis). Opferstätten für die Göttin Freya (Albersdorf), Schalensteine, auch Elfensteine genannt (Bunsoh) und viele, viele andere Orte laden zu weiteren Entdeckungen ein.

Münkler: Die Deutschen und ihre Mythen

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Münkler: Die Deutschen und ihre Mythen

Sachbuch für Erwachsene
Autor: Herfried Münkler
606 S. mit 17 s/w-Abbildungen, gebunden
24,90 €

 ***** (5 von 5 Sternen)

Ein dickes, fettes Sachbuch mit unendlich vielen Fußnoten, das ich trotzdem verschlungen habe, so spannend ist es. Wenn nur jeder Professor anschaulich schreiben könnte wie Münkler! Von daher nimmt es nicht Wunder, dass es 2009 den Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse erhalten hat.

Um die kritischen Stimmen gleich vorweg zu nehmen: Ja, das Buch hat Lücken. Auschwitz kommt darin nicht vor, sondern nur Buchenau, und dies auch nicht wegen der Morde an den Juden, sondern weil hier Ernst Thälmann umgebracht wurde, und der Gründungsmythos der DDR auf ihm und dem kommunistischen antifaschistischen Widerstand basiert. Und ja, das Buch ist ganz gewiss nicht militärfeindlich. Das nimmt ebenfalls nicht Wunder, denn Herr Münkler ist Spezialist für Kriegstheorie, Macchiavelli, Imperien, Gewalt und Ordnung. Er ist nicht Spezialist für Matriarchatstheorie und Pazifismus. Aber er ist auch noch Spezialist für jemand anderen, und darin unterscheidet er sich von so manchem konservativen Bildungsbürger unserer Tage: für Heinrich Heine, den lebenslustigen, getauften Juden, der nicht nach Germanenart zu zechen verstand und aus Deutschland nach Frankreich fliehen musste.

Und: Ohne Mut zur Lücke kann man kein packendes Sachbuch schreiben, sondern nur ein detailliertes, zumeist staubtrockenes Fachbuch, das eine Auflage von 1.500 Exemplaren nicht überschreiten wird. Worum geht es also in diesem Reißer?

Hecker: Urmütter der Steinzeit

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Katalog zu einer Ausstellung
Untertitel: Bilder weiblicher Schöpfungskraft
Autorin: Ruth Hecker
Broschüre, 60 Seiten
2farbig mit zahlreichen Abbildungen
€ 8,50

***** (5 von 5 Sternen)

In Abwandlung dieses Ausstellungskatalogs könnte man sagen: Dass die Erde immer noch Überraschungen bereithält, beweist der Fund der Venus vom Hohlen Fels bei Schelklingen auf der Schwäbischen Alb im Jahre 2008. Sie ist mindestens 35.000 Jahre alt und damit die älteste Menschendarstellung der Welt. Und diese Menschendarstellung ist - wie üblich in der Steinzeit - eine Frauendarstellung.

In der Altsteinzeit begannen die Menschen, religiöses Bewußtsein zu entwickeln. Weibliche Ahnenfiguren mit prallen Brüsten und ausladendem Becken sollten Fruchtbarkeit der Erde und aller ihrer Geschöpfe garantieren. Wie bei den heutigen Schamanen verbergen sie das Gesicht hinter einer Kappe oder der Kopf ist gar nur angedeutet: Keine individuelle Frau ist gemeint, sondern ein Symbol der Lebens und der Fülle. In ganz Europa findet man diese Figuren, und sie sehen sich trotz tausender Kilometer Distanz erstaunlich ähnlich. Bis hinein in die Jungsteinzeit war die Große Mutter alleinige Göttin, nur manchmal begleitet von ebenfalls Fruchtbarkeit spendenden Phallussymbolen. Die Gesellschaften waren egalitär organisiert und Frauen besaßen eine hoch geachtete Stellung.

Drewermann: Frau Holle

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Drewermann: Frau Holle
Untertitel: Grimms Märchen tiefenpsychologisch gedeutet
Autor: Dr. Eugen Drewermann
72 Seiten, gebunden, mit 8 farbigen Abb.
€ 18,00

***oo (3 von 5 Sternen)

Als ich das Buch zum ersten Mal las, war ich fasziniert und hätte ihm glatt 5 von 5 Sternen gegeben. Bei der zweiten Lektüre nun war ich sehr viel kritischer. Drewermann ist ziemlich bekannt: Ein hochgebildeter, exkommunizierter Priester, das findet man selten. So belesen der Autor aber auch sein mag, in diesem Buch hat er sich selbst gleich mehrere Beine gestellt!

Timm: Frau Holle, Frau Percht und verwandte Gestalten

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Timm: Frau Holle, Frau Percht und verwandte Gestalten
Fachbuch
Autorin: Erika Timm, unter Mitarbeit von Gustav Adolf Beckmann
Untertitel: 160 Jahre nach Jacob Grimm aus germanistischer Sicht betrachtet
372 S. o. Abb., kartoniert
€ 54,00

***** (5 von 5 Sternen)

Wenn Sie wissen wollen, wie alt der Glaube an Frau Holle bzw. die Percht wirklich ist - und zwar wissenschaftlich nachgewiesen! - dann sind Sie mit diesem Buch bestens bedient. Erika Timm hat 25 Jahre lang Belege dafür gesammelt, dass die Frau Holle Gestalt nicht erst im 16. Jahrhundert auftauchte, sondern weit älter ist. Sie pflichtet Heide Göttner-Abendroth und den Brüdern Grimm inhaltlich bei, dass es sich bei Frau Holle um eine vorchristliche Göttin handelt, wenn sie auch Göttner-Abendroths Methode (bloße Interpretation des Grimmschen Märchens) nicht gutheißt. Ist Frau Holle nun einfach die germanische Freya / Frija / Frigg oder gar die Große Muttergöttin? Urteilen Sie selbst! Erika Timm ist sich darüber im Klaren, dass sie sich mit ihrer streng germanistisch-wissenschaftlichen Arbeit zwischen alle Stühle setzt: Der zünftigen deutschen Volkskunde passt ihre Grundorientierung nicht, den Feministinnen der Göttner-Abendrothschen Richtung ihre Methode und ausländischen GermanstInnen eventuell einige ihrer Einzelentscheidungen. Fazit: ein hochgradig spannendes Buch. Aber Achtung: nichts für die LiebhaberInnen einfach zu konsumierender Sachbücher -- dies hier ist schwere Fachkost.

Zum Bestellen können Sie auf folgenden Link klicken:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3777612308/holleland-21

(c) S. Hirzel Verlag Stuttgart 2003

Huber: Die Brüder Grimm in Kassel

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Die Brüder Grimm in Kassel
Reich bebildertes Sachbuch für Erwachsene
Autor: Jörg Adrian Huber
64 S., 58 s/w Abb., gebunden
€ 12,90

***** (5 von 5 Sternen)

Kenntnisreich schildert Huber das Leben von Jacob und Wilhelm Grimm in Kassel, wohin die beiden Brüder 1798 kamen, um die Schule zu besuchen, und das sie erst 1841 endgültig verließen, um in Berlin an der Preußischen Akademie der Wissenschaften zu lehren. Sein Schwerpunkt ist historisch, ich habe viel über die Napoleonischen Kriege, König Lustik und auch darüber gelernt, warum die Grimms Kassel letztlich verließen.

Francia: Mond, Tanz, Magie

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Magisches Tanzen für jedefrau
Autorin: Luisa Francia
Fotografin: Inea Gukema (die Luisa fotografiert hat)
144 Seiten mit zahlreichen s/w-Abb.
23,6 x 16,7 x 1,4 cm, Softcover
€ 14,90

***** (5 von 5 Sternen)

Bevor das Sonnenjahr mit seinen 12 Monaten eingeführt wurde (wobei immerhin noch das Wort Monat an den Mond erinnert), lebten die Menschen nach dem Mondjahr, und ein Jahreszeitenzyklus umfasste 12 oder 13 Monde. Deswegen galt die 13. Fee auch früher nicht als die Böse und hatte Dornröschens Papa ein Problem mit seinen 12 goldenen Tellern (das Märchen schildert den Übergang vom alten Mond- zum Sonnenzyklus). Nur in wenigen Jahresfesten schimmert das alte Mondjahr noch durch, z.B. wird Ostern am ersten Vollmond nach der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche gefeiert. Luisa, die eine echte Hexe ist, hat sich der einzelnen Monde angenommen und Tänze dazu kreiert. Die Zählung beginnt sie an Halloween, aber es ist natürlich jeder Frau frei gestellt, das Neujahr nach Gutdünken beginnen zu lassen - Luisa ist keine Religionsstifterin. Ihr sechster Mondtanz z.B. ist ein Ostervollmondtanz. Er beschäftigt sich mit Fruchtbarkeit, Eierlaufen, Gebildbroten, Hasen (dem uralten Symboltier des Mondes und der ständigen Erneuerung des Lebens), dem Vor-stellen, Ein-bilden und dem Sehen, der Vision. Zum Beispiel auch dem Sehen von Feen wie der Fata Morgana, die in der Tiefe des grünen Meeres wohnt, der Königin von Avalon oder der 13. alten, matriarchalen Fee in Dornröschen. Das Kauen oder Trinken von Pfefferminze hilft dabei.

Viele, viele Informationen und 13 Tänze können Sie bestellen über folgenden Link:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3881041524/holleland-21

(c) Verlag Frauenoffensive 1986

Monson: Frühlingsreigen. Das andere Osterbuch

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How to do it für Heidenkinder und ihre Eltern
Autorin: Monson, Diana
Zeichnerin: Briswalter, Maren
derzeit nur antiquarisch erhältlich
80 Seiten, gebunden, mit vielen farbigen llustrationen, 26,8 x 20,2 cm

Bewertung: ****○ (4 von 5 Sternen)

In diesem Buch, wie auch in den zwei parallelen von Monson/Briswalter für die Jahreszeiten Weihnachten ("Winterlicht") und Sommer/Herbst ("Ernte-Sommer") finden Eltern Bastelanleitungen, Lieder und Rezepte beruhend auf den vorchristlichen Wurzeln unserer Jahresfeste. In der Rahmenhandlung erfährt die Grundschülerin Sonja von ihrer Großmutter Alwine alles über die Göttin Ostara, das Winteraustreiben, den Mondhasen oder den alten Brauch, frühmorgens an einer Quelle stillschweigend wunderkräftiges Osterwasser zu trinken. Wenn Sie kein Christ sind, aber kleine Kinder haben, kommen sie um diese drei Bücher fast nicht herum.

Schenk: Was ist Schamanentum?

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Ethnologische Broschüre für Erwachsene
Autorin: Amélie Schenk
32 S., A5, vereinzelte s/w-Abb.
ca. 5 €

***** (5 von 5 Sternen)

Diese äußerst empfehlenswerte Broschüre gibt Erwachsenen ohne Vorkenntnisse einen guten Einstieg in die Frage, was Schamanen (in Sibirien, Amerika und anderswo) ausmacht, was ihnen über alle Kulturgrenzen hinweg gemeinsam ist. Der Einstieg gefällt mir besonders gut, und deshalb möchte ich ihn hier zitieren:

Brüder Grimm-Journal

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Kategorie: Zeitschrift für Erwachsene
Herausgeber: Bernhard Lauer im Auftrag des Vorstandes der Brüder Grimm-Gesellschaft e.V.
36 S., A4, 4farbig
€ 3,-- pro Heft, plus Versandkosten

***oo (3 von 5 Sternen)

Diese reich bebilderte Zeitschrift erscheint seit 2006 einmal pro Jahr und gibt einen Überblick über weltweite Aktivitäten, die in irgendeinem Zusammenhang mit den Grimms stehen. Das reicht von Spurensuche nach der Familie Grimm auf deutschen Friedhöfen, über die Eröffnung eines neuen Museums in Steinau an der Straße (issich zwischen Frankfurt und Leipzich, aber mehr bei Frankfurt als bei Leipzich), bis hin zu Besprechungen von Grimm-Sachbüchern in allen nur erdenklichen Sprachen und zu Ausstellungen, Veranstaltungen und Projekten. Jedes Heft widmet sich einem Schwerpunktthema. In dem mir vorliegenden 2006er ist das Frau Holle (Märchen - Sage - Mythos), im 2007er Kinderliteratur (Bücher öffnen Welten --- ja, wer hätte das gedacht???, Anm.d.Autorin), im 2008er Grimms Märchen (Urdeutscher Mythos?).

Göttner-Abendroth: Der Weg zu einer egalitären Gesellschaft

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Prinzipien und Praxis der Matriarchatspolitik - für Erwachsene
Autorin: Dr. Heide Göttner-Abendroth
12 €
112 S. o. Abb., broschiert
21 x 13,4 x 1,2 cm

****o (4 von 5 Sternen)

Vier Prinzipien braucht es laut der Philosophin Göttner-Abendroth, um die aktuelle Krise von lediglich formaler Demokratie und Kapitalismus zu überwinden:

Rölleke: Die Märchen der Brüder Grimm

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Anspruchsvolles Märchen-Sachbuch für Erwachsene
Autor: Heinz Rölleke
Untertitel: Eine Einführung
€ 4,00
117 S., o. Abb.

***** (5 von 5 Sternen)

Der Germanist Heinz Rölleke ist eine Kapazität auf dem Gebiet der Märchen und Sagen. Für seine Grimm- und Märchenforschung wurde er ausgezeichnet mit dem Hessischen Staatspreis, dem Großen Preis der Akademie für Kinder- ind Jugendliteratur sowie dem Brüder-Grimm-Preis der Universität Marburg.

Das vorliegende Reclam-Bändchen ist trotz aller Wissenschaftlichkeit sehr lesbar geschrieben - und wenn Sie es fertighaben, werden Sie die Märchen der Brüder Grimm mit anderen Augen ansehen. Wußten Sie z.B., dass die Zuträger zumeist hochgebildete Damen der Gesellschaft mit französisch-hugenottischem Hintergrund und nur selten Leute aus dem einfachen Volk waren? Dass sich viele der angeblich doch so deutschen Volksmärchen schon gut hundert Jahre früher bei den Franzosen Perrault und d´Aulnoy finden - oder gar schon 150 Jahre zuvor beim Italiener Basile? Oder wie stark Wilhelm Grimm die Märchen überarbeitet hat, um sie für das prüde 19. Jh. akzeptabler zu machen?

Bettelheim: Kinder brauchen Märchen

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Anspruchsvolles Märchen-Sachbuch für Erwachsene
Autor: Bruno Bettelheim
12 €
Taschenbuch 395 Seiten, o. Abb.

***** (5 von 5 Sternen)

Moderne Eltern finden klassische Märchen häufig zu brutal, wenn denn die böse Stiefmutter in rotglühden Schuhen tanzen muss, bis sie tot umfällt oder die Hexe im Backofen verbrennt. Kinder nicht. Kinder finden es nur richtig, dass das Gute am Ende über das Böse siegt. Und Bettelheim plädiert dafür, Kinder so zu akzeptieren, wie sie sind, und ihnen zu geben, was sie brauchen. Es ist nicht die reale böse Stiefmutter, die da vernichtet wird, sondern es sind die bösen Wünsche im Kind selbst oder aber der Teil in der realen Mutter, die gerade einmal sich nicht so verhält, wie das Kind es gerne hätte.

Doebel: Archetypische Deutung des Märchens "Frau Holle" der Brüder Grimm

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Mythen-Sachbuch für Erwachsene

Autorin: Susanne Doebel

Untertitel: Im Sinne der Tiefenpsychologie von C.G. Jung und Marie-Louise von Franz.

*○○○○ (1 von 5 Sternen)

Diese Arbeit (82 Seiten A4) gibt sich den Anschein der Wissenschaftlichkeit, ist jedoch gespickt mit den Träumen der Autorin und ihrer Bekannten. Frau Doebel ist keine Psychologin oder Psychoanalytikerin, sondern Fremdsprachenkorrespondentin, Coacherin und systemische Naturtherapeutin (was auch immer das sein mag) sowie Geschäftsführerin des Spektrum Instituts. Die Arbeit leidet darunter, dass sie (außer Jung und von Franz) fast keine Originalquellen zitiert, sondern nach Sekundär- bis Tertiärliteratur, die großenteils auch noch esoterisch geprägt ist. Am Ende der Arbeit fehlt ein Abbildungsnachweis, sodass sich der Verdacht aufdrängt, die Autorin könnte eventuell die Bildrechte nicht ordentlich eingeholt haben. Wenn Sie noch nie etwas von einem Archetypus gehört haben, können Sie mal einen Blick hineinwerfen und schaudern.

Nachtrag: Wie gefährlich für uns die Archetypen-Lehre Jungs per se ist, läßt sich sehr schön nachlesen bei Heide Göttner-Abendroth: "Der nüchterne, wissenschaftliche Weg schlägt mit Hilfe von Archäologie, Ethnologie und Folkloristik die Brücke durch die einzelnen Jahrtausende. Damit werden solche Begriffe wie das "kollektive Unbewußte" und "Archetypen" überflüssig. Sie erweisen sich als theoretische Hilfskonstrukte mangels einer besseren historischen Erklärung. Die Flucht in den Transzendentalismus, der sie zu Wesenheiten an sich erklärt, die man nicht fassen kann - warum soll man sich dann mit ihnen beschäftigen?-, ist zuletzt die Immunisierungsstrategie für die eigene, angreifbare Theorie. Wenn Jung sich inhaltlich über seine Archetypen ausläßt, wird die Angelegehheit von einer anderen Seite her problematisch. Es zeigt sich, dass diese Begriffe mit Vorstellungen gefüllt sind, die aus den ideologisch geprägten Weiblichkeits- und Männlichkeitsbildern der Gegenwart stammen statt aus den Bedeutungen, welche diese Bilder im Rahmen ihrer eigenen Kulturen hatten (...) Eine solche Psychologie bietet Frauen nur den Schein ihrer Selbstfindung. In Wahrheit hat sie immense Entlastungsfunktionen für Männer, weshalb sie von diesen so wichtig genommen wird." (in: Das Matriarchat I, Geschichte seiner Erforschung, S. 124ff, (c) Kohlhammer GmbH, Stuttgart 1988, 1995. Zum Bestellen dieses äußerst wissenschaftlichen und trotzdem nicht trockenen Buches können Sie auf folgenden Link klicken:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3170128493/holleland-21

(c) das o.g. Holle-Machwerks: Susanne Doebel, Steingaden 2004. Veröffentlicht auf der Homepage: http://www.spektrum-institut.de/downloads/frauholle.pdf

Kollmann: Frau Holle und das Meißnerland

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Sachbuch für Erwachsene und Kinder ab 10 Jahren
Autor: Dr. Karl Kollmann
Untertitel: Einem Mythos auf der Spur
168 Seiten, viele s/w Abbildungen
€ 8,00

Bewertung: ***** (5 von 5 Sternen)

Kenntnisreich setzt sich der Archivar der Stadt Eschwege mit der Frage auseinander, welche historischen Quellen die Verehrung der Göttin Holle / Freya an 14 verschiedenen Orten des Hohen Meißners belegen - vom Frau-Holle-Teich über die Hilgerhäuser Höhle bis zu den Hollsteinen.

Monson: Winterlicht. Das andere Weihnachtsbuch

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How to do it für Heidenkinder und ihre Eltern
Monson, Diana und Briswalter, Maren
80 Seiten, gebunden, mit vielen farbigen llustrationen, 26,8 x 20,2 cm

Bewertung: ***o○ (3 von 5 Sternen)

Dieses spannende Familienbuch geht der Frage nach, wie die Menschen in den Wintermonaten gelebt und gefeiert haben, bevor es das Christentum gab.Im Mittelpunkt steht die siebenjährige Sonja, die mit ihrer Großmutter und den Eltern die alten Feste feiert, vom Laternelaufen über die Wintersonnenwende bis hin zum Perchten- und Holletag am 6. Januar. Das Buch steckt voller Geschichten, Gedichte, Lieder (mit Noten!), Bastel- und Backideen.

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