Märchenorte: Kassel

Nenninger - Café, Bar, Conditorie, Confiserie

Völkl/Garbe: Der Herkules. Eine Bildergeschichte in Versen

 

Friedrichplatz 8, 34117 Kassel, T 0561-7661690

drinnen: 80 Plätze, Terrasse: 40 Plätze

Öffnungszeiten: Mo-Fr 8-20 Uhr, Sa 9-20 Uhr, So 10-20 Uhr, an Feiertagen bis 18 Uhr.

www.conditorei-nenninger.de

 

***** (5 von 5 Sternen)

 

Mitten im Herzen von Kassel, schräg gegenüber vom Fridericianum, der langjährigen Arbeitsstätte der Brüder Grimm, befindet sich eines der besten Cafés, in denen ich je gewesen bin. Das Nenninger gibt es schon seit dem Jahre 1900, es präsentiert sich in moderner, plüschloser Kaffeehaus-Architektur und... ist Mitglied der Kooperation "Gastliche Märchenwelt"! In diesem nordhessischen Projekt haben sich 7 inhabergeführte Betriebe zusammengeschlossen, und jeder hat sich einem anderen Märchen verschrieben. Auch ein Büchlein wurde herausgegeben, "Das gastliche Märchenbuch - Sieben Märchen auf einen Streich", ansprechend illustriert mit Scherenschnitten des künstlerischen Allround-Talents Albert Völkl. Sie können es vor Ort für 4,95 € erwerben.

 

Das Nenninger selbst hat sich den 12 Aufgaben des Herkules gewidmet, und dies nicht von ungefähr, denn der Herkules ist ja seit über 300 Jahren das Wahrzeichen von Kassel. (Albert Völkl hat sich selbstverständlich auch diesem Sinnbild der Stärke angenommen, in "Der Herkules. Eine Bildergeschichte in Versen.", Autor Burckhard Garbe, erhältlich unter dem folgenden Link: http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3935263228/holleland-21)

 

Neben köstlichen Pralinen (mit Herkules-Scherenschnitten auf der Verpackung) und Baumkuchen bekommen Sie im Nenninger die "Brüder Grimm Märchentorte" zu kosten, eine Versuchung aus Mandeln, Marzipan und Nougat. Oder Sie probieren neben dem "Kasseler Hornaffen" Bildertörtchen mit dem Herkules aus Kuvertüre und eine Herkules-Schokoladenfigur. Wir jedenfalls waren zu viert dort, haben alle etwas anderes genascht und waren samt und sonders danach rund und zufrieden!

Brüder Grimm-Museum Kassel

Das Brüder Grimm-Museum ist äußerst malerisch in einem echten, kleinen Palast untergebracht, in einer Straße, die nicht nur Schöne Aussicht heißt, sondern auch eine solche bietet: nämlich auf die Karlsaue. Das ist in Kassel selten, denn die Stadt wurde im 2. Weltkrieg zu 80% zerstört und hernach (ähnlich wie Stuttgart) autofreundlich im Stil der 50er Jahre aufgebaut. Das Palästchen heißt sehr passend Palais Bellevue und wurde 1714 vom französischen Architekten du Ry ursprünglich als Sternwarte für den hessischen Landgrafen Karl erbaut. Später war es dann ein richtiger Fürstensitz, und die Brüder Grimm (die rund 30 Jahre in Kassel lebten) gingen in ihren Funktionen als Privatbilbiothekar bzw. Lehrer des Kurprinzen ab und an ein und aus. Zudem bestand ein herzliches Verhältnis zwischen ihrem Malerbruder Ludwig Emil und der Kurfürstin Auguste und ihren Kindern, die in den 20er und 30er Jahren Bellevue als Stadtschloss nutzte. Seit 1972 ist hier die Brüder Grimm-Ausstellung untergebracht, die peu à peu dann das gesamte Gebäude einnahm und mittlerweile sogar durch einen Erweiterungsbau ergänzt werden soll. Hier können Sie schlichtweg alles über den etwas linkeren Jacob und den etwas traditionelleren Wilhelm Grimm sowie die von ihnen gesammelten Märchen erfahren. Es finden sich Möbel aus ihrem Nachlass, aber auch spannende Ausstellungen - und einen guten Museumsshop gibt es ebenfalls. Das ganze ist so anschaulich präsentiert, dass auch Kindergartenkinder daran Spass finden - im obersten Stockwerk beispielsweise gibt es Guckkästen in Kinderhöhe und einen echten Thron zum Draufsetzen: Die geheimnisvolle Welt der Märchen soll so selbst erfahren und durchlebt werden können, das Kind wird zum Märchenhelden, begleitet ihn auf seinem Weg und erlebt seine Abenteuer im dunklen Märchenwald mit, kämpft mit Drachen und Hexen und kommt am Schluß ins Märchenschloß, wo die verdiente Belohnung oder Bestrafung warten. Bedeutendstes und wertvollstes Exponat des Museums ist das Grimmsche Handexemplar der Kinder- und Hausmärchen (2 Bände, 1812/1815), das hinsichtlich der Entstehungsgeschichte der Märchen eine Quelle ersten Ranges darstellt und auf der Liste des UNESCO-Weltdokumentenerbes steht. Neben den üblichen Sonderausstellungen und Führungen hat das Museum noch etwas Besonderes zu bieten, nämlich die Reihe "Mittwochs bei Grimms" - fast jeden Mittwoch Abend gibt es einen Vortrag zu einem Thema, das in irgendeiner Form mit den Grimms, mit Märchenforschung oder Kinderbüchern zu tun hat. Dazu werden auch Experten aus anderen Städten eingeladen. Das Museum ist für alle großen und kleinen Märchenfans schlicht ein Muss! Und so liebevoll, wie es gestatltet ist, sollte man eigentlich sagen: nicht ein Muss, sondern ein Darf! Brüder Grimm-Museum Kassel, Palais Bellevue, Schöne Aussicht 2, 34117 Kassel, T 0561-7872033, F 7875038, grimm-museum@t-online.de, www.grimms.de. Ganzjährig geöffnet täglich von 10-17 Uhr (mittwochs bis 20 Uhr)

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