Aulnoy/Unzner: Die weiße Katze

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Aulnoy: Die weisse Katze
Märchen-Bilderbuch ab 6 Jahren
Autorin: Marie-Catherine d´Aulnoy, mit Illustrationen von Christa Unzner
78 Seiten, 26,2 x 20 x 1,2 cm, gebunden, mit vielen 4farbigen Abbildungen
€ 12,90

Bewertung: ***** (5 von 5 Sternen)

Marie-Catherine d´Aulnoys Leben ist fast noch spannender als ihre berühmten Feenmärchen: 1666 wurde sie im Alter von 16 Jahren von ihrem Vater mit einem 30 Jahre älteren Mann, François de la Motte, verheiratet, einem Trinker und Schürzenjäger. Drei Jahre später versuchen d´Aulnoy und ihre Mutter, sich dieses Mannes zu entledigen, in dem sie ihn der Majestätsbeleidigung bezichtigen – einem Verbrechen, auf das die Todesstrafe stand.

De la Motte gelingt es jedoch, seine Unschuld zu beweisen, und nun müssen seine Frau und Schwiegermutter um ihr Leben fürchten. Es gelingt ihnen, unter abenteuerlichen Umständen nach England und Spanien zu fliehen. Beide Frauen werden zwischen 1685 und 1690 von Ludwig XIV. begnadigt. D´Aulnoy eröffnet in Paris einen literarischen Salon, kompromittiert sich aber bald schon wieder durch ihre Freundschaft mit einer Frau, die für die Ermordung ihres Mannes enthauptet wird. Ab 1697 veröffentlicht sie Feenmärchen, unter ihnen die weiße Katze, die sich auch im Märchenkochbuch „Tischlein deck dich“ von Christine Ferber wiederfindet.

In ihren Feenmärchen plädiert d´Aulnoy immer wieder gegen die Zwangsehen mit ungeliebten Männern und für die freie Wahl der Frauen. „Die weiße Katze“ erinnert an das Märchen von Rapunzel: Auch hier gelüstet es einer Schwangeren (einer Königin) nach Pflanzen aus einem Feengarten, in diesem Falle ist es Obst, und sie verpflichtet sich dafür, den Feen das Kind zu überlassen. Das Baby wird von ihnen in einen Turm gesperrt und auf das liebevollste versorgt. Auch hier verliebt sich ein Königssohn in das Mädchen und sie sich in ihn. Die Feen wollen es jedoch mit einem häßlichen, halb tierischen Zwerg verheiraten....

Das Buch ist aufregend und zärtlich illustriert von Christa Unzner, die das Märchen auch aus dem Französischen übersetzt hat. Als Laiin würde ich sagen: kolorierte Federzeichnungen, dazwischen Satzfetzen aus dem französischen Text. Laut Amazon ist es für Kinder ab 6 Jahren geeignet, meine Tochter hat es aber auch schon mit 4 Jahren goutiert.

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© 2006 leiv Leipziger Kinderbuchverlag GmbH
ISBN-13: 978-3-89603-277-1


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