Märchen-Bilderbuch, nur für kritische Erwachsene!
Autor: Hans Friedrich Blunck
*○○○○ (1 von 5 Sternen)
Sie kennen Herrn Blunck (1888-1961) nicht? Das ist ein Fehler, denn er war bei den Nazis ein wichtiger Mann, zeitweise sogar Präsident der Reichsschrifttumskammer und einer von jenen Blut- und Boden-Schriftstellern, die es bis zum Schluss nicht begriffen haben.
Der Mann war schriftstellerisch ungeheuer produktiv - die Liste seiner Veröffentlichungen in Wikipedia will schier kein Ende nehmen. Was aber so richtig unerträglich ist - sein Werk wird auch heute noch gefördert, siehe: Jürgen Blunck: Bibliographie Hans Friedrich Blunck. Mit einem Anhang: Schriften von und über Barthold Blunck. Hamburg: Ges. zur Förderung d. Werkes von Hans Friedrich Blunck e. V. 1981. (= Jahrbuch der Gesellschaft zur Förderung des Werkes von Hans Friedrich Blunck; 1981).
Ich habe nur dieses eine Nachkriegs-Buch von ihm gelesen und werde es nicht durch weitere ergänzen. Der Autor versucht, die Figuren von Frau Holle, Ostara und anderen mit dem christlichen Glauben zu verknüpfen. Natürlich sind die Göttinen dem "lieben Herrgott" untergeordnet und arbeiten ihm zu. Frau Holle ist die himmlische Königin der Pflanzen und Tiere, natürlich kann sie auch Wetter machen. Sie ist kapriziös, wunderschön, fröhlich, unberechenbar, ärgert gern einmal den Teufel, handelt, bevor sie nachdenkt und macht deshalb viele Fehler, vor allem, wenn sie sich in das Leben der Menschen und Zwerge einmischt. Aber sie meint es immer gut. Man gewinnt den fatalen Eindruck: "eine echte Frau ganz nach dem Geschmack von Herrn Blunck".
Meine Empfehlung: Nur für kritische Erwachsene (auch wenn der Autor das Buch natürlich auch für Kinder gemeint hat)
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(c) Internationaler Universitätsverlag (1954)