Durch einen Bericht im SWR II am 17.8.09 bin ich auf eine Märcheninitiative der GTZ aufmerksam geworden, die dem Umweltschutz dient:
Wer als Kind nicht lernt, verantwortungsvoll mit Trinkwasser umzugehen, wird auch als Erwachsener häufig weniger sorgsam mit dem kostbaren Rohstoff umgehen. In der syrischen Hauptstadt Damaskus ist sauberes Wasser ein knappes Gut - was liegt also näher, als schon die Kinder im Grundschulalter für den sparsamen Umgang mit Trinkwasser zu sensibilisieren? Aber wie, ohne mit „erhobenem Zeigefinger“ vorzugehen? Zum Beispiel so:
Gebannt lauschen die Schüler der Montessori-Schule den spannenden Erzählungen des Märchenerzählers Abu Shabi....
„Gemeinsam mit unseren Partnern vom Gouvernorat Damaskus und einer syrischen Umwelt-Nichtregierungsorganisation hatten wir die Idee, ganz nach orientalischer Tradition den Kindern die Bedeutung des Rohstoffs Wasser durch einen traditionellen Geschichtenerzähler erklären zu lassen“, sagt Regina Kallmayer, Leiterin der Altstadtkomponente im Programm Nachhaltige Stadtentwicklung Syrien, das die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums durchführt. Ergänzt wird die lehrreiche Märchenstunde durch einen vom Deutschen Entwicklungsdienst produzierten Comic-Film, der zeigt, dass ohne Wasser alles Leben vergeht. „Und da natürlich auch die Damaszener Kinder sehr wissbegierig sind, müssen wir anschließend immer ganz viele Fragen beantworten“, sagt Kallmayer.
Was als Pilotversuch im April 2009 mit 50 Kindern begann, ist mittlerweile so erfolgreich, dass schon mehrere Veranstaltungen gefolgt sind. Die zwei letzten fanden in der Montessori-Schule in Damaskus statt, die auch die Kinder des syrischen Präsidenten Bashar Al-Assad besuchen. Sie waren zugleich Auftakt der Sabil-Festwoche, in der mit einer Vielzahl kultureller Veranstaltungen die Geschichte und einzigartige Architektur des historischen Damaskus gewürdigt wird. „Sabil heißen übrigens die historischen Brunnen in der Altstadt und insofern passte unsere Initiative perfekt“, erläutert Kallmayer.
Einen Wehrmutstropfen gibt es jedoch: Abu Shabi ist der letzte traditionelle Geschichtenerzähler, den es in Damaskus noch gibt.