Mythen-Sachbuch für Erwachsene
Autorin: Susanne Doebel
Untertitel: Im Sinne der Tiefenpsychologie von C.G. Jung und Marie-Louise von Franz.
*○○○○ (1 von 5 Sternen)
Diese Arbeit (82 Seiten A4) gibt sich den Anschein der Wissenschaftlichkeit, ist jedoch gespickt mit den Träumen der Autorin und ihrer Bekannten. Frau Doebel ist keine Psychologin oder Psychoanalytikerin, sondern Fremdsprachenkorrespondentin, Coacherin und systemische Naturtherapeutin (was auch immer das sein mag) sowie Geschäftsführerin des Spektrum Instituts. Die Arbeit leidet darunter, dass sie (außer Jung und von Franz) fast keine Originalquellen zitiert, sondern nach Sekundär- bis Tertiärliteratur, die großenteils auch noch esoterisch geprägt ist. Am Ende der Arbeit fehlt ein Abbildungsnachweis, sodass sich der Verdacht aufdrängt, die Autorin könnte eventuell die Bildrechte nicht ordentlich eingeholt haben. Wenn Sie noch nie etwas von einem Archetypus gehört haben, können Sie mal einen Blick hineinwerfen und schaudern.
Nachtrag: Wie gefährlich für uns die Archetypen-Lehre Jungs per se ist, läßt sich sehr schön nachlesen bei Heide Göttner-Abendroth: "Der nüchterne, wissenschaftliche Weg schlägt mit Hilfe von Archäologie, Ethnologie und Folkloristik die Brücke durch die einzelnen Jahrtausende. Damit werden solche Begriffe wie das "kollektive Unbewußte" und "Archetypen" überflüssig. Sie erweisen sich als theoretische Hilfskonstrukte mangels einer besseren historischen Erklärung. Die Flucht in den Transzendentalismus, der sie zu Wesenheiten an sich erklärt, die man nicht fassen kann - warum soll man sich dann mit ihnen beschäftigen?-, ist zuletzt die Immunisierungsstrategie für die eigene, angreifbare Theorie. Wenn Jung sich inhaltlich über seine Archetypen ausläßt, wird die Angelegehheit von einer anderen Seite her problematisch. Es zeigt sich, dass diese Begriffe mit Vorstellungen gefüllt sind, die aus den ideologisch geprägten Weiblichkeits- und Männlichkeitsbildern der Gegenwart stammen statt aus den Bedeutungen, welche diese Bilder im Rahmen ihrer eigenen Kulturen hatten (...) Eine solche Psychologie bietet Frauen nur den Schein ihrer Selbstfindung. In Wahrheit hat sie immense Entlastungsfunktionen für Männer, weshalb sie von diesen so wichtig genommen wird." (in: Das Matriarchat I, Geschichte seiner Erforschung, S. 124ff, (c) Kohlhammer GmbH, Stuttgart 1988, 1995. Zum Bestellen dieses äußerst wissenschaftlichen und trotzdem nicht trockenen Buches können Sie auf folgenden Link klicken:
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(c) das o.g. Holle-Machwerks: Susanne Doebel, Steingaden 2004. Veröffentlicht auf der Homepage: http://www.spektrum-institut.de/downloads/frauholle.pdf