Hans-im-Glück-Brunnen

Mitten im Geißenviertel in der Stuttgart Innenstadt (vermutlich wurden hier im 15. Jahrhundert Ziegen gehalten) steht ein kleiner Brunnen, der das Grimmsche Märchen von Hans im Glück erzählt: Hans hat als Lohn für seine Arbeit einen großen Goldklumpen erhalten.

Auf dem Heimweg zu seiner Mutter wird ihm dieser schnell zu schwer, und so tauscht er ihn gegen ein Pferd, das Pferd gegen eine Milchkuh, die Kuh gegen ein fettes Schwein, das Schwein gegen eine Gans, die Gans gegen zwei Schleifsteine, und als ihm diese schließlich in den Brunnen fallen, als er sich durstig hinabbeugt, ist er froh, nichts mehr tragen zu müssen und läuft erleichtert heim zur Mutter.

Der Brunnen, wie auch der ganze Platz, entstand 1909 im Rahmen der Altstadtsanierung. Der Stuttgarter Bankier und Sozialreformer Eduard Pfeiffer ließ Anfang des letzten Jahrhunderts die vorhandenen Häuser abreißen und heller und luftiger wieder aufbauen. Architektonisch entstand ein heimelig wirkender, aber eigentlich kitschiger Stilmix aus Renaissance, süddeutscher Bauernbaukunst und Neoklassizismus. Am 12. Mai 1909 wurde der Brunnen als krönender Abschluss der Sanierung eingeweiht. Die Brunnenfigur stellt einen Bauernburschen von den Fildern dar, dem der Künstler, Prof. Joseph Zeitler, im Schlachthaus begegnet war. Er trägt eine kurze, mit Silberknöpfen besetzte Jacke, zu seinen Füßen tummeln sich ein Schwein und sechs kleine, wasserspeiende Enten. Die Brunnenschale wird eingeschlossen und gekrönt von einem schmiedeeisernen Gitter, dessen sechs Bronzemedaillons das Märchen von Hans im Glück erzählen. Aus dem Baldachin des Gitters ragt ein vierblättriges Kleeblatt empor.

Dass auch heute noch an die glücksbringende Kraft des Märchens und des Kleeblattes geglaubt wird, beweisen die Münzen, die regelmäßig in den Brunnen geworfen werden. Auch uns hat er schon Glück gebracht: Bei einem kleinen Adventsrätsel der Stuttgarter Zeitung galt es, ihn zu erraten - und wir haben vier Theaterkarten für das FITZ Figurentheater gewonnen (gleich um die Ecke beim Tagblatt-Turm), wo es eine sehenswerte Vorstellung des Märchens "Vom Fischer und seiner Frau" gab. Fazit: Versuchen auch Sie Ihr Glück am Brunnen!


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