Hecker: Urmütter der Steinzeit

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Katalog zu einer Ausstellung
Untertitel: Bilder weiblicher Schöpfungskraft
Autorin: Ruth Hecker
Broschüre, 60 Seiten
2farbig mit zahlreichen Abbildungen
€ 8,50

***** (5 von 5 Sternen)

In Abwandlung dieses Ausstellungskatalogs könnte man sagen: Dass die Erde immer noch Überraschungen bereithält, beweist der Fund der Venus vom Hohlen Fels bei Schelklingen auf der Schwäbischen Alb im Jahre 2008. Sie ist mindestens 35.000 Jahre alt und damit die älteste Menschendarstellung der Welt. Und diese Menschendarstellung ist - wie üblich in der Steinzeit - eine Frauendarstellung.

In der Altsteinzeit begannen die Menschen, religiöses Bewußtsein zu entwickeln. Weibliche Ahnenfiguren mit prallen Brüsten und ausladendem Becken sollten Fruchtbarkeit der Erde und aller ihrer Geschöpfe garantieren. Wie bei den heutigen Schamanen verbergen sie das Gesicht hinter einer Kappe oder der Kopf ist gar nur angedeutet: Keine individuelle Frau ist gemeint, sondern ein Symbol der Lebens und der Fülle. In ganz Europa findet man diese Figuren, und sie sehen sich trotz tausender Kilometer Distanz erstaunlich ähnlich. Bis hinein in die Jungsteinzeit war die Große Mutter alleinige Göttin, nur manchmal begleitet von ebenfalls Fruchtbarkeit spendenden Phallussymbolen. Die Gesellschaften waren egalitär organisiert und Frauen besaßen eine hoch geachtete Stellung.

Das änderte sich in Europa erst vor ca. 5.000 Jahren mit Beginn der Bronzezeit. Durch Hungersnöte im vorderasiatischen Raum kam es zu verstärkten Völkerwanderungen, und diese waren kriegerisch. Waffen wurden nun aus Metall hergestellt, die Kriegerkönige waren Männer, Hierarchien bildeten sich heraus und der soziale Status der Frauen änderte sich. Sie waren nun "weniger Wert", wie sich eindrucksvoll an den Grabbeigaben belegen lässt. Parallel dazu wurden die Göttinen Eurasiens durch Götter verdrängt und verloren peu à peu ihre All-Umfassendheit. "Verblasste Überreste der einstigen Urgöttin schimmern (jedoch) sogar noch in unserem Kulturkreis durch: Frau Holle z.B., die ehemalige Göttin der Ober- und Unterwelt, oder die Gottesmutter Maria in der christlichen Religion. Ihre göttlichen Attribute der Lebenserneuerung - Mond und Schlange - haben sich in alten Darstellungen noch erhalten. Im Christentum und im Volksglauben z.B. existieren ebenfalls noch viele religiöse Vorstellungen der jungsteinzeitlichen Bauernvölker in abgewandelter Form weiter." (S. 44f) "Wir können uns von dem Erbe vergangener Generationen inspirieren lassen, Verantwortung für diese Welt zu übernehmen und eine Vision für die Zukunft zu entwickeln, besonders da die Frage nach dem Wohin unseres Daseins immer drängender wird." (S. 45)

Zum Bestellen dieses streng wissenschaftlichen Katalogs können Sie auf folgenden Link klicken:
http://www.naturkundemuseum-bw.de/stuttgart/schriften/begleitmaterial/

(c) Ruth Hecker 2001, Klein Druck, Steeden


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