Humperdinck: Hänsel und Gretel. Märchenoper.

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Spätromantische Märchenoper für Erwachsene und ältere Kinder (CD), in 3 Bildern
Autor: Engelbert Humperdinck
Einspielung von 1978 mit den Wiener Philharmonikern unter Sir Georg Solti.
5,95 €
Highlights-CD, Gesamtspielzeit 70 Minuten 20.

***○○ (3 von 5 Sternen)

Vermutlich befasst sich mindestens die Hälfte aller Opern dieser Welt mit Märchen- und Mythenstoffen, aber nur die allerwenigsten heißen schon im Titel so. Die explizite Märchenoper "Hänsel und Gretel" wurde am 23. Dezember 1893 unter der musikalischen Leitung von Richard Strauss uraufgeführt und machte Humperdinck mit einem Schlag berühmt. Auch heute noch gehört die Oper zu den meistaufgeführten in Deutschland - vor allem um die Weihnachtszeit.

Humperdinck war zuvor (von 1880-82) Assistent Richard Wagners in Bayreuth und teilte dessen Vorliebe für Sagen- und Märchenstoffe. Auch in der Instrumentationstechnik und der Verwendung der Leitmotive orientierte er sich an seinem großen Vorbild. Man kann das mögen oder nicht - ich persönlich finde seine Version von "Hänsel und Gretel" reichlich konventionell. Humperdincks andere Märchenopern, "Die Königskinder" (1897/1910) und "Dornröschen" (1902), kenne ich (noch) nicht.

Die vorliegende Decca-CD wartet mit großen Namen auf: Brigitte Fassbaender singt Hänsel, Lucia Popp Gretel, Walter Berry den Vater, Julia Hamari die Mutter (Humperdinck hat aus der bösen Stiefmutter eine liebe Mutter gemacht, die nur versehentlich einmal zornig geworden ist - und selbstverständlich am Ende noch lebt!), Anny Schlemm die ausdrucksstarke Knusperhexe, Norma Burrowes das Sand- und Edita Gruberova das Taumännchen. Unterstützt werden sie nicht nur von den Wiener Philharmonikern, sondern auch noch von den Wiener Sängerknaben, und all dies, wie oben erwähnt, unter der musikalischen Leitung von Sir Georg Solti. Mehr geht nicht an Berühmtheiten.

Und trotzdem ist bei mir der Funke nicht wirklich übergesprungen. Humperdinck bedient sich vieler Kinderlieder ("Suse, liebe Suse", "Brüderchen, komm tanz mit mir" usw.), die aber veropert viel von ihrem Charme verlieren. Auch die Einführung von Sandmann und Taumann finde ich eher kitschig. Und natürlich wollen die Eltern ihre Kinder nicht im Wald aussetzen (vulgo: töten), weil es nichts mehr zu essen gibt, sondern sie sollen lediglich dort ein paar Beeren gegen den Hunger holen und schnell wieder zurückkommen. Schade, dass das nicht geklappt hat, und die dummen Kinderchen sich versehentlich im Wald verlaufen! Aber Ende gut, alles gut, die böse Hexe muss auch hier verbrennen und war so freundlich, die Vorgänger von Hänsel und Gretel nicht zu essen, sondern nur in Lebkuchen zu verwandeln, so dass am Ende der Oper aus allen Lebkuchen wieder Kinder werden - und aus der Hexe ein Lebkuchen. Die allüberall herumhüpfenden (Schutz-)Engelein dürfen da natürlich nicht fehlen und werden auch regelmäßig von den Kinderlein angebetet.

Wie sagte Engelbert Humperdinck doch so schön: Seiner Mutter sei geweißsagt worden: "Ehe der Herbst herrannaht, wirst Du einen Sohn Dein eigen nennen, der einst durch vierzehn Engel Ehre und Ansehen erlangen wird." (aus seiner Mitteilung an die Mutter, 1894). Und siehe da, so geschah es, und natürlich erhielt das Büblein da auch gleich einen engelhaften Namen!

(c) 1978 The Decca Record Co. Ltd., London

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