
Geschichten- und Musik-CD für Erwachsene und Kinder ab 10 Jahre
Autor: Tormenta Jobarteh
CD-Spielzeit 56:32 Minuten
€ 16,50
Bewertung: ***** (5 von 5 Sternen)
Tormenta Jobarteh sieht so deutsch aus wie er ist – ein waschechter Münchner. Aber wenn man ihn im westafrikanischen Gewand mit Käppi zum Beispiel auf dem Stuttgarter Flohmarkt Kora spielen und erzählen hört, dann versteht man, warum sein kamerunischer Bekannter ihn seinen weißen Bruder nennt: Während er als Baby in einen Topf mit flüssiger Schokolade gefallen sei, sei Jobarteh eben in einen Milchtopf gepurzelt. So weiß wie Jobarteh ist, so westafrikanisch ist seine Seele.
ADO bedeutet in der Sprache der Mande Gambias Tradition, Kunst und Ritual. Einen Münchner Schlagzeuger verschlug es einst in dieses kleine Land, und er blieb dort acht Jahre lang und studierte bei seinem Lehrer Basuro Jobarteh die Kora (eine Art Laute), lernte seine Sprache und seine Kultur. Schließlich wurde er von der Familie adoptiert, und so heißt er nun Tormenta Jorbateh, und ich weiß nicht, wie sein deutscher Name ist. Dann wurde er gar zum Griot ernannt. Was ist ein Griot? Ein Griot ist ein afrikanischer Musiker, Historiker, Chronist, Geschichtenerzähler und weiser Berater in einem. Seine Aufgabe ist es, die Tradition aufrecht zu erhalten, denn in einer schriftlosen Kultur ist der Geschichtenerzähler derjenige, der den Kindern eben nicht nur Geschichten, sondern auch Geschichte vermittelt. Und dass ausgerechnet ein Nicht-Mande zum Bewahrer der Tradition ernannt wird, ist gewiss selten, vielleicht auch einmalig.
Auf dieser CD wird er von seiner Gruppe Jobarteh-Kunda („Jobarteh-Seele“) begleitet. Zu seinen Geschichten, die teilweise aus dem Koran stammen, hören Sie solch seltsame Instrumente wie Talking Drums, N´guhl, Ballafon, Dun Dun, Shekere, Djeme, Sabar, Cajon.... Die Geschichten enden durchweg mit einer Pointe, so wie diese: Der Prophet Mohammed predigte, und einer seiner Zuhörer war besonders eifrig und vertieft. Doch was musste der Gläubige erleben, als er nach der Predigt wieder nach draußen kam? Sein Kamel war verschwunden! Aiyy! Er ging also zurück zum Propheten und beklagte sich: „Ich bin besonders gläubig, und das soll nun der Lohn sein?“ Da erwiderte der Prophet sanft: „Bete eifrig - und binde dein Kamel fest.“
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© 2008 Verlag Sankt Michaelsbund, Deutschland
ISBN-13: 978-3-939905-22-6