Reiniger: Märchen und Fabeln

Published in

Lotte Reiniger: Märchen und Fabeln
Kategorie: Film-DVD für Kinder und Erwachsene
Reihe: Die Klassiker von Lotte Reiniger
FSK: ohne Altersbeschränkung
Regisseurin: Lotte Reiniger
2 DVDs, Länge ca. 369 Minuten
Ton: Mono, verschiedene Fassungen
Sprachen: Deutsch, teilweise Englisch
€ 30,99

****o (4 von 5 Sternen)

Lotte Reiniger (2.6.1899, Berlin, - 19.6.1981, Dettenhausen) war eine deutsche Scherenschneiderin, Silhouetten-Animationsfilmerin und Buchillustratorin. Sie arbeitete mit so ziemlich allen Künstlergrößen ihrer Zeit zusammen: Paul Wegener, Max Reinhardt, Paul Dessau, Kurt Weill, Paul Hindemith, Carl Zuckmayer, Fritz Lang, Berthold Brecht, Igor Strawinsky, Benjamin Britten, Jean Renoir, Luchino Visconti.... Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten kehrte Lotte Reiniger Deutschland den Rücken, weil »mir diese Hitler-Veranstaltung nicht passte und weil ich sehr viele jüdische Freunde hatte, die ich nun nicht mehr Freunde nennen durfte.« Sie ging 1935 nach London, später nach Paris und Rom, und kehrte erst 1943 wegen ihrer kranken Mutter nach Berlin zurück, wo sie im Bombenhagel das Ende des Dritten Reichs überlebte. 1948 siedelte sie gänzlich nach London über, starb aber schließlich in Dettenhausen bei Tübingen.

Trotz vieler Kunstpreise und dem Bundesverdienstkreuz sind ihre Scherenschnitte heute dem großen Publikum nahezu unbekannt. Dabei sind ihre Werke so phantasievoll, vielseitig und ausdrucksstark, dass sie Cineasten ebenso wie Kinder faszinieren. Auf den hier vorliegenden DVDs, die in Zusammenarbeit mit dem Fernsehsender arte erstellt worden sind, befinden sich ihre Märchenfilme und Fabeln in neuer, digitaler Abtastung und verschiedenen Versionen – auf deutsch und englisch, als Stummfilm mit Musik oder auch als gänzlicher Stummfilm. Das beginnt mit „Der fliegende Koffer“ (Berlin 1921) und geht weiter über Aschenputtel, „Der Graf von Carabas / Der gestiefelte Kater“, „Die goldene Gans“, Aschenputtel, Däumelinchen, Dornröschen, „Die drei Wünsche“, „Der Froschkönig“, „Hänsel und Gretel“, „Der Heuschreck und die Ameise“, „Kalif Storch“, „Schneeweißchen und Rosenrot“, und „Das tapfere Schneiderlein“ (auf der 6. Biennale in Venedig 1955 mit dem Silbernen Delphin, dem 1. Preis für Kurzfilme ausgezeichnet).

Bis dahin sind alle Filme in schwarzweiß gehalten. Dann fängt Lotte Reiniger an, mit Farbe zu experimentieren. So gestaltet sie 1955 den Film „Jack and the Beanstalk“ (Jack und die Bohnenstange) nach einem englischen Volksmärchen mit schwarzen Silhouettenfiguren vor farbigem Hintergrund. Der jüngste Märchenfilm ist „Der Froschkönig“ (London 1961), ein kurzer, farbiger Silhouettenfilm, eigentlich intendiert als Zwischenspiel für Live-Pantomimen-Aufführungen, produziert zum 25. Jubiläum des Conventry Theatres.

Die Qualität der frühen Filme ist partiell leider nicht mehr optimal wiederherstellbar (Ton, Zeichnung, Gradation). Gegenüber den Originalmärchen sind die Versionen Lotte Reinigers zum Teil stark verkürzt (zwischen 2'47“ und 13'21“ Minuten). Sie sind sehr graziös, aber durch die Verkürzungen natürlich auch oberflächlicher, und die Grausamkeiten der Originale fielen dem Rotstift zum Opfer – bis hin dazu, dass die Hänsel-und-Gretelsche Hexe nicht verbrannt wird. Dafür gibt es einen * Abzug. Aber ohne Zweifel: Das hier ist echte Kunst, Schattenspielkunst.

Zum Bestellen können Sie auf folgenden Link klicken: http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B0007MSOPE/holleland-21

Übrigens: Lotte Reinigers Scherenschnittfilme können Sie auch im Ludwigsburer Märchengarten auf Großleinwand bewundern.

© by absolut MEDIEN, Berlin 2006


Copyright 2008/2010 Holleland.de .
Home nach oben