Schwehr: Das kalte Herz

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Ein zeitgenössisch-romantisches Märchen mit Musik nach Wilhelm Hauff
Komponist: Cornelius Schwehr
im Repertoire von: ensemble recherche

***oo (3 von 5 Sternen)

Ich stelle hier eine CD vor, die es (noch) gar nicht gibt, aber geben sollte - bis dahin sind Sie auf jeden Fall auf die Live-Aufführungen angewiesen, z.B. in der Liederhalle in Stuttgart. Schwehr ist ein Freiburger Komponist und dortselbst Professor für Komposition und Musiktheorie. Vermutlich kennen Sie ihn am ehesten von seinen Filmmusiken, z.B. für einige Tatorte oder für den Spielfilm "Viehjud Levi". Drei Jahre hat er am kalten Herzen gearbeitet, einem als Lesung mit Musik bezeichneten Hörstück für Sprecherin, Sprecher und vier Instrumente. Die Neuinszenierung dieses im Schwarzwald spielenden Märchens mischt klanglich Altes und Neues und es gelingt ihr, das leichte Gruseln und Schauern aus dem frühen neunzehnten Jahrhundert in einen modernen Konzertsaal zu transportieren.

Kapitalismuskritisch sei der Stoff, wird gesagt, aber was diesem herzlosen und mörderischen Kapitalismus von Hauff entgegengehalten wird, ist lediglich biedermeierlich-frömmelndes (und am Ende siegendes) Christentum. Und so endet denn das Märchen und die Komposition wie folgt: "So lebten sie still und unverdrossen fort, und noch oft nachher, als Peter Munk schon graue Haare hatte, sagte er: "Es ist doch besser, zufrieden zu sein mit wenigem, als Gold und Güter haben und ein kaltes Herz."" Ja, wenn´s so einfach wäre! Aber so einfach ist es auch für Peter Munk nur deshalb, weil ihm ein zauberndes Glasmännlein ab und an Geld verschafft - nicht viel, aber genügend. "Schatzhauser im grünen Tannenwald,
Bist schon viel hundert Jahre alt,
Dir gehört all Land,
wo Tannen stehn -"
Sie können´s ja mal probieren, wenn Sie im Schwarzwald stehen und ein Sonntagskind sind...

Wenn Sie gerne wissen möchten, wo das Hörstück aufgeführt wird, sollten sie auf die Homepage des ensemble recherche gehen, die sich der modernen Musik verschrieben haben: www.ensemble-recherche.de (und vielleicht werden Sie eines Tages dort ja auch feststellen, dass inzwischen eine CD eingespielt worden ist). Außerdem empfiehlt sich die Homepage des Komponisten: www.cornelius-schwehr.de

(c) Cornelius Schwehr 2006


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