Wilhelm Hauff in Stuttgart

Einer der bekanntesten Märchendichter Deutschlands ist in Stuttgart geboren, gestorben und begraben: Wilhelm Hauff. Geboren wurde er am 29.11.1802, und zwar in der Eberhardstr. 33 / Dornstraße (Stuttgart-Mitte). Dort erinnert eine Plakette an ihn, sein Geburtshaus ist inzwischen zerstört. Besuchen Sie trotzdem die Eberhardstraße, denn hier befindet sich auch noch ein netter Märchenblumenladen namens Dornröschen (Eberhardstr. 10, http://www.dornroeschen-floristik.de/index.html)!

Gestorben ist Hauff an einer Erkältung am 18. November 1827, kurz nach der Geburt seiner ersten Tochter. Man hat ihn auf dem Hoppenlau-Friedhof (Rosenbergstr. 7, Stuttgart-Mitte) begraben, und der ist nun wirklich sehenswert: Er wurde 1626 angelegt und ist mittlerweile ein hochromantischer "Friedhof im Ruhestand" mit vielen Gräbern aus der Zeit des Klassizismus.

Hauffs Grab selbst ist mit einem Felsblock aus Lichtenstein geschmückt - einem Schloß, das tatsächlich 1837 südlich von Stuttgart und Reutlingen von Wilhelm Graf v. Württemberg aufgrund von Hauffs historischen Roman "Lichtenstein" erbaut worden ist und an Kitschigkeit mit Neuschwanstein durchaus mithalten kann.

Schlussendlich können Sie noch an der Hasenbergsteige (Stuttgart-West) das klassizistische Denkmal von Christian Friedrich von Leins (Architekt) und Wilhelm Rösch (Bildhauer) besichtigen, das eine Büste Hauffs zeigt und 1882 enthüllt wurde.

Hauff hat schöne, romantisch-orientalisierende und deutsche Märchen geschrieben: Zwerg Nase, Die Geschichte vom kleinen Muck, Das Wirtshaus im Spessart, Das kalte Herz, Schneeweißchen und Rosenrot. Es gibt aber auch eine antisemitische Seite bei Hauff, den "Jud Süß" oder das Märchen von "Abner, der Jude, der nichts gesehen hat", das mit folgendem hanebüchenen Unsinn beginnt: "Juden, wie du weißt, gibt es überall, und sie sind überall Juden: pfiffig, mit Falkenaugen für den kleinsten Vorteil begabt, verschlagen, desto verschlagener, je mehr sie mißhandelt werden, ihrer Verschlagenheit sich bewußt und sich etwas darauf einbildend." Brrr!

Es ist schon sehr zweischneidig mit Stuttgart und der Romantik!


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